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Das italienische Frühstück: ein Land, viele Morgenrituale

Es gibt nicht das eine italienische Frühstück. Vom Turiner Marocchino bis zu ligurischer Focaccia und sizilianischer Granita bringt jede Region ihre eigenen Gewohnheiten mit.

6 Min. Lesezeit · Eigener redaktioneller Inhalt
An authentic Italian breakfast with a cornetto and espresso
Brioche und Focaccia von Focacceria Revello · Camogli (Ligurien)

Jede Region wacht anders auf

In Italien kann das alltägliche Frühstück erstaunlich klein sein: Kaffee und etwas Süßes, zu Hause oder bei einem kurzen Halt in der Bar. Doch ‚Kaffee und Cornetto‘ erzählt nur die halbe Geschichte. Jede Region und oft jede Stadt hat eigene Namen, Kombinationen und Spezialitäten.

Auf Reisen verändert sich das Ritual: Schokolade und Kaffee im Piemont, warme Focaccia in Ligurien, Pasticciotto im Salento, sehr kurzer Espresso in Neapel oder etwas Kühles und Süßes unter der sizilianischen Sonne.

In Turin bestellt man einen Marocchino

In Turin und im Piemont ist der Marocchino eine kleine, genussvolle Alternative zum Espresso. In der uns vertrauten Variante wird das Innere eines kleinen Glases mit Schokolade ausgekleidet, danach folgen Kaffee, heiße Milch und Schaum. Jede Bar interpretiert ihn ein wenig anders.

Manche Cafés bieten Kakao oder Zimt für den Cappuccinoschaum an. Dieses kleine Detail macht aus dem Morgenkaffee ein persönliches Ritual.

Turiner Marocchino und Cappuccino mit Kakao und Zimt
Turin · Marocchino, Kakao und Zimt · redaktionelles Originalbild

Von Ligurien bis Sizilien

In Ligurien wird ein Stück goldene Focaccia manchmal in den Cappuccino getaucht. In Apulien, besonders rund um Lecce, begleitet ein Pasticciotto den Kaffee: ein kleines ovales Mürbeteiggebäck mit Cremefüllung.

In Neapel ist der Kaffee mitunter so kurz, dass nur ein entschlossener Schluck bleibt. Oft kommt ein kleines Glas Wasser dazu – umgangssprachlich manchmal ‚shottino‘ genannt –, still oder sprudelnd. In manchen Bars hört man auch ‚liscia‘ für stilles und ‚mossa‘ für sprudelndes Wasser. Nach lokaler Gewohnheit trinkt man es zuerst, um den Gaumen auf den Kaffee vorzubereiten.

In Sizilien gehören cremige Granita und weiche Brioche col tuppo zum klassischen Frühstück. Im Sommer ist auch eine mit Eis gefüllte Brioche ein herrlicher Start in den Tag.

Neapolitanischer Espresso, sizilianische Granita und Brioche
Kampanien und Sizilien · Ristretto, Granita und Brioche · redaktionelles Originalbild

Cappuccino hat seine eigene Tageszeit

Cappuccino nach dem Mittagessen ist nicht verboten. Er wird nur so stark mit dem Frühstück verbunden, dass er vielen Italienern später am Tag ungewöhnlich erscheint. Bräuche zu verstehen soll das Leben in Italien angenehmer machen – nicht aus einem Genuss eine Prüfung machen.

Quellen und redaktioneller Hinweis

Der Artikel wurde für My Private Property Care eigenständig verfasst. Quellen belegen den sachlichen Kontext; Quelltexte wurden nicht übernommen.